EITRIGE GELENKENTZÜNDUNG
septische Gelenkentzündung
Eine Gelenkentzündung bezeichnet der Mediziner als Arthri tis (Mehrzahl: Ar thritiden).
Systematik (= Einteilung) der Ar thritiden:
14
Gelenkentzündung
14.1
r
heumatoide Gelenkentzündung
14.2
Arthri
tis psoriatica
14.3 Ly
me-Art hritis
14.4
Gi
cht-Arthri tis
14.5
infek
tiöse Gelekentzündung
14.5.1
reak
tive Gelenkentzündung
14.5.2
vi
rale Gelenkentzündung
14.5.3 eitrige Gelenkentzündung (septische Gelenkentzündung)
Eine eitrige Gelenkentzündung wird auch als Ar thritis puru lenta (eitrig = lat. purulentus) oder septische Ar thritis bezeichnet.
Am häufigsten wird eine eitrige Gelenkentzündung durch den Erreger Staphylococcus aureus (ca.50%) ausgelöst, gefolgt von Streptokokken (ca. 25%) und gramnegativen Stäbchen (ca15%).
Bei folgenden Krankheiten kann begleitend auch eine eitrige (septische) Gelenkentzündung auftreten:
Gonorrhoe (= Tripper)
Meningokokkensepsis (= akute Hirnhautentzündung) - Eine Infek tion (= Übertragung von / Ansteckung mit) mit Meningokokken kann aber auch zu einer postinfek tiösen oder reak tiven, ind irekten Gelenkentzündung führen.
Brucellose ((= Oberbegriff für die durch die verschiedenen Brucella-Biotypen verursachten, epidemiologisch nahe verwandten Erkrankungen von Mensch u. Tieren (Anthropozoonosen), d.h. die Bang Krankheit, das Maltafieber u. die Schweinepest - nach Roche))
Tuberkulose
Lepra (= Aussatz)
Typhus abdominalis oder Paratyphus
Eine eitrige (septische) Gelenkentzündung betrifft vorwiegend die Ex tremitäten (= Ar me und/oder Be ine). Teilweise wird diese Art hritis-Form auch als di rekte Gelenkentzündung bezeichnet, da die Erreger sich di rekt im Gelen k befinden und nicht wie bei der ind irekten Form, die Gelenkentzündung lediglich als Reaktion auf eine (entfernte) Infek tion auftritt, im Gelen k selbst deshalb auch keine Erreger nachweisbar sind.
Die eitrige Gelenkentzündung tritt meist sehr plötzlich mit allen Symptomen
(= Krankheitszeichen)
einer akuten Gelenkentzündung
auf. Der Patient hat meist Fieber, das Gelen
k ist geschwollen, überwärmt, evtl. gerötet, die Beweglichkeit ist oft
eingeschränkt und schmerzhaft, es kann zu Eiteransammlung (Gelenkempyem) im
Gelen
k
kommen.
Im Verlauf einer chronischen Gelenkentzündung (= über einen längeren Zeitraum bestehenden Gelenkentzündung)
sind die Spätfolgen meist ein Funktionsverlust des
Gelen
kes mit Destruktionen
(= Zerstörung bestimmter Gelenksbestandteile), Fehlstellungen
(= die Geometrie des
Gelenkes wird verändert), Kontrakturen (Verkürzungen bestimmter das Gelen
k
umgebender Weichteilstrukturen, die zu einer Bewegungseinschränkung des Gelen
kes
führen) und Ankylosen (= Gelen kversteifung)
(nach Pschyrembel, 258. Auflage; Gesundheitpro.de).
Betrifft die En tzündung 1 Gelen k, so spricht man von einer Monar thritis, sind mehrere Gelen ke betroffen so wird dies Ol igoart hritis genannt. Bei der Pol yart hritis sind (fast) alle Gelen ke entzündet.
Für eine Übertragung der eitrigen Erreger gibt es drei Möglichkeiten:
Dire kte Keimeinschleppung ins Gelen k, z.B. bei Verletzungen, bei Injektionen ins Gelen k oder auch bei Operationen.
Einbruch ins Gelen k infolge einer in der Nachbarschaft ablaufenden En tzündung, z.B. bei einer Osteomyel itis (= Knoc henentzündung) oder einer Phlegmone (= eit rige En tzündung in Weichteilgewebe).
Auf dem Blutweg: Von einem Streuherd (Mittelohrentzündung, Furunkel, Angina, Katheterspitze, usw.) ausgehend dringen die Keime in das Gelen k ein und verursachen so die En tzündung.
Folgende Faktoren stellen eine Prädisposition (= eine Erkrankung begünstigender Zustand) dar:
Gelen kvorschädigungen
Immunsuppression ((= künstliche Unterdrückung der Immunreaktion; z.B. bei Transplantation oder Autoimmunkrankheit durch Immunsuppressiva oder Strahlentherapie (lokale, selektive oder Ganzkörper-Bestrahlung) - n. Roche))
Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit)
Diagnostik: Das Gelen k wird punktiert und die gewonnene Flüssigkeit mikrobiologisch untersucht (Erregeranzüchtung und Antibiotikaaustestung). Bei Verdacht auf Syphilis, Brucellose oder Borreliose erfolgen serologische Testungen (Nachweis von Antikörpern).
Therapie der eitrige
n infe k tiöse n Gelenkentzündung:
Antibiotisch entsprechend der vorangegangenen Austestung.
Erfolgte die Infizierung hämatogen
(= auf dem Blutweg) so muß natürlich der Streuherd saniert werden, d.h. der Ursprung
der Keime muß entdeckt und dann entsprechend behandelt werden.
Medikamentöse Schmerztherapie bei eitrige r (septischer) Gelenkentzündung:
Akut und subakut können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend und ebenfalls entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Celecoxib (Celebrex ®) oder Valdecoxib (Bextra®).
Spezielle Schmerztherapie bei eitrige r Gelenkentzündung:
Sehr bewährt hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel), insbesondere in Form von kontinuierlichen Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter. Eine wichtige Nebenwirkung dieser Therapie ist eine begleitende Symphatikolyse (= Erweiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab. Hinzu kommt die überaus wichtige Tatsache, daß bei einer verbesserten, lokalen (= örtlichen) Durchblutung auch spezifische Medikamente (im Falle der eitrige n Gelenkentzündung Antibiotika) viel besser und effektiver wirken können.
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":
Nervus femoralis (vorderer
Oberschenkelnerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des
Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der
Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung
des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3
Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte
örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes
so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die
Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
Anwendungsbereiche:
Kniegelen
k
und z.T. oberes Sprunggelen k
Gegen Schmerzen im Hü ftgelenk kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die genannten Körpergebiete versorgen.
N.
isch
iadicus: Bei dieser
Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem
Gesä
ß,
den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen
Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den
folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine
verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach
Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer
Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
Anwendungsbereiche:
Gelen
ke im Fu
Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Obera
A Abdomen,
Ablatio mammae,
abdominale
Schmerzen,
Achillessehne,
Afterschmerzen,
chronische Armschmerzen,
Arthralgien,
Arthritiden,
Arthropathie,
Arthrosen,
Arthrosis
B
Bauch, Bauchhöhle,
Bauchschmerzen,
Beckenschmerzen,
Beinschmerz,
Beinschmerzen,
Blasenschmerzen,
chronische Brustkorbschmerzen,
Brustschmerzen,
chronische
Brustwirbelsäulenschmerzen,
C
chronische Kopfschmerzen,
chronische
Kreuzschmerzen,
chronische Rückenschmerzen,
chronische Unterleibschmerzen,
D
Dammschmerzen, chronische
Darmschmerzen,
Dauerkopfschmerz,
E
Eingeweideschmerz,
Eitrige
Gelenkentzündung,
chronische
Ellenbogenschmerzen,
chronische
Enddarmschmerzen,
Extremitätenschmerzen
F
Fingerarthrosen,
Flankenschmerzen,
Schmerzen in den Füßen,
Fußschmerzen,
Fußsohlenschmerz
G
Gelenkschmerzen,
Gelenkentzündung,
Gelenkerkrankungen,
Gelenksentzündungen,
Gelenksschmerzen,
Gelenkkrankheit,
Gelenkserkrankungen,
Genickschmerzen,
Genitalschmerzen,
Gesäßschmerzen,
Gesichtsneuralgien,
Gesichtsschmerzen, Gliederschmerzen,
H
Halswirbelsäulenschmerzen,
Handgelenkschmerzen,
Hinterkopfschmerzen,
Hodenschmerzen,
Hüftgelenkschmerzen,
Hüftschmerzen,
I
Ischias,
K
Kieferschmerzen,
Kniegelenkschmerzen,
Kniegelenksschmerzen,
Knochenschmerzen,
Kopfschmerz,
Kopfschmerzen (1),
Kopfschmerzen (2),
Krämpfe in den Waden, Koxarthrose,
Kreuzbeinschmerz,
Kreuzschmerzen,
L
Leibschmerzen, Leistenschmerzen,
Lendenschmerzen,
Lendenwirbelsäulenschmerzen,
M
Magenschmerzen, Mastodynie,
Metatarsalgie,
Muskelschmerzen,
Muskelkrämpfe, myofasziale Schmerzen,
N
Nierenschmerzen,
Neuropathie,
O
Oberarmschmerzen, Oberbauchschmerzen,
Oberschenkelschmerzen,
Ohrschmerzen,
Organschmerzen,
Orofaziale
Schmerzen,
Otalgie
P Pelvipathie,
Periarthropathie,
Q
R
Rippenschmerzen,
Rückenschmerzen (1),
Rückenschmerzen
(2),
S
Sakroiliakalgelenk,
Schambeinschmerzen,
Schläfenkopfschmerzen,
Schmerzbehandlungen,
Schmerzen im Abdomen,
Schmerzen im Arm, chronische
Schmerzen in der Bauchhöhle,
Schmerzen im Bauch,
Schmerzen im Becken,
Schmerzen im Bein, Schmerzen in den Beinen,
Schmerzen bei Berührung,
Schmerzen bei Entzündung,
Schmerzen bei Berührungen,
Schmerzen bei Bewegung,
Schmerzen bei Bewegungen,
chronische Schmerzen in der Blase,
Schmerzen im Brustbein,
Schmerzen im Brustkorb,
Schmerzen in der Brust,
Schmerzen im Darm,
chronische
Schmerzen in den Extremitäten,
Schmerzen in den Fersen,
Schmerzen der Füße,
Schmerzen in der Flanke, Schmerzen im Fuß,
Schmerzen in der Fußsohle,
Schmerzen im Gelenk, Schmerzen im Gesicht,
Schmerzen in den Gliedern, Schmerzen in der Harnblase,
Schmerzen im Hoden, Schmerzen in der Hüfte,
Schmerzen im Hüftgelenk,
Schmerzen im Kiefer, Schmerzen im Kiefergelenk,
Schmerzen im Kniegelenk, Schmerzen im Knochen, Schmerzen im Kopf, Schmerzen
im Knie,
Schmerzen im Kreuz, Schmerzen im Leib,
Schmerzen in der Leiste, Schmerzen im Oberbauch,
Schmerzen im
Unterarm, Schmerzen im Oberkiefer, Schmerzen im Rücken,
Schmerzen
in der Schulter,
Schmerzen in der Scheide, Schmerzen im
Schultergelenk,
Schmerzen im Thorax, chronische
Schmerzen im Unterbauch,
Schmerzen in den Waden, Schmerzen im Unterleib,
Schultergelenkschmerz,
Schulterschmerzen (1),
Schulterschmerzen
(2),
Schulter-Arm-Schmerzen,
Sehnenschmerz,
Sinusitiden,
Spezielle Schmerztherapie,
Steißbeinschmerzen,
Stirnkopfschmerzen,
T
Tendopathie,
U
Unterarmschmerzen,
Unterbauchschmerzen,
Unterleibsschmerzen,
Unterschenkelschmerz,
Unterschenkelschmerzen,
V
Venenschmerzen,
Verwachsungsbauch,
Viszerale Schmerzen,
viscerale Schmerzen,
W Wadenschmerzen,
Weichteilschmerzen,
Z
Zeckenbiß,
zentrale Schmerzen,
Zungenschmerzen,
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